Mariazell - Neusiedlersee Nonstop
 
 

 

Unser Vorhaben den Neusiedlersee Nonstop zu umwandern ist immer näher gerückt. Bei der Beschäftigung mit dem Vorhaben sind mir immer mehr Zweifel über die vernünftige Machbarkeit gekommen.

Hubert und ich haben uns dann entschlossen, dieses Wagnis nicht einzugehen und sozusagen einen Probeballon loszulassen.

Nach Mariazell von Mürzzuschlag weg sind es ca. 55 km. Also knapp die Hälfte der Neusiedlerseerunde. Der Zeitpunkt bleibt gleich, also der 23.Juni 2012. Der Abmarsch ist um 4 Uhr 30 angesetzt.

Als kurz vor 3 Uhr 30 der Wecker klingelt, kann ich meinen Ohren vorerst einmal nicht so richtig trauen! Es regent! Und zwar nicht wenig. Der erste Gedanke, ist Hubert anrufen, absagen und dann wieder ins Bett.
ABER: Wir sind nicht aus Zucker und es gibt Regenschutz. Und da Hubert auch nichts von sich hören läßt, ist die Entscheidung gefallen. Anziehen, Regenschutz darüber und los geht es.
Der Tag beginnt schon zu erwachen als ich durch die Stadt Richtung Kreisverkehr gehe. Aus einem Lokal kommen mir einige Nachtschwärmer mehr oder weniger sicher entgegen. Die Bemerkungen die in meine Richtung gehen, ignoriere ich einfach.
Hubert ist schon am Treffpunkt. Also es ist wirklich soweit.

Es regnet recht heftig. Anfangs geht es über den Radweg nach Neuberg. Es ist relativ warm für die Tageszeit und der Tatsache das es regent. Und eigentlicht stört der Regen auch nicht wirklich. Schön langsam werden unsere Hosen von unten her nass. Über den Regenschutz troft auch der Regen auf unsere Hosen.
Nach guten 2 Stunden erreichen wir Neuberg. Soweit alles in Ordnung und im Plan. Nach weiteren 2 Stunden, samt ständigem Regen als Begleiter, sind wir in Mürzsteg. Eine Etappe bis zur ersten Rast liegt noch vor uns. Wir lassen das Tote Weib hinter uns und erreichen den Freinerhof. Dort gibt es eine Pause und einen Morgenkaffee. Die ersten guten 30 km sind geschafft, Gehzeit gute 6 Stunden. Da wir bis jetzt immer auf Asphalt gegangen sind, sind die Füsse schon ein wenig in Mitleidenschaft gezogen. Auch haben meine Wanderschuhe inzwischen nicht mehr dicht. Also auch nasse Füsse! Sch...
Leider hat der Regengott noch immer kein Einsehen mit uns. So geht es im Regen, sind wir ja schon gewohnt, weiter. Ab jetzt verläuft die Strecke nicht mehr auf Asphalt. Wir gehen Richtung Schöneben auf einem breiten Waldweg entlang der Pilgerstrecke.
Hubert trägt seine schweren Bergschuhe. Diese beginnen ihm gröbere Probleme zu bereiten. Er hat aber leichtere Trekkingschuhe mit, die er hier anzieht. Der Regen läßt nach. Als wir Schöneben erreichen, sieht man teilweise schon blaue Flecken am Himmel. Nach 7 Stunden Regenmarsch bringt das schon Freude!
Beschwingt geht es weiter Richtung Mooshuben. Dort genehmigen wir uns ein Bierchen. Hubert hat recht schwere Beine und so geht auf der letzten Teilstrecke etwas langsamer voran. Wichtig ist, dass wir es ZUSAMMEN schaffen. Nach dem letzten größeren Abstieg erreichen wir die Straße die zum Kreuzberg kurz vor Mariazell führt. Die Sonne scheint und hier treffen wir auch andere Pilger. Der letzte Anstieg auf den Kreuzberg. Und dann nur mehr die paar Meter Richtung Basilika. Aber auch ein paar Meter können es in sich haben. Hubert kämpft und auch ich bekomme auf diesen Metern noch ganz schöne Probleme.
Aber wir erreichen doch noch unser Ziel. In knapp 9,5 Stunden haben wir es geschaft. Diese Wanderung an einen solchen Ort muss natürlich mit einem Besuch in der Kirche gekrönt werden. In der Kerzengrotte zündet jeder für sich Kerzen an und so gibt es einige stille Minuten die jeder für sich in Gedanken erlebt.

Claudia holt und dann mit dem Auto ab.

Die Erkenntnis für unsere Neusiedlerseeumrundung ist: Um das durchzustehen ist eine lange und intensive Vorbereitung notwendig. Wir haben das ganze mal auf das nächste Jahr verschoben.